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+++ Neue Termine: +++ 11. März 2026 +++ 25. Juni 2026 +++ Oktober 2026

STOLPERSTEINE in Leipzig

Stolpersteine in Leipzig

Das nachbarschaftliche Zusammenleben war bis 1933 nahezu intakt, aber auf einmal war die Nachbarwohnung leer, waren die Nachbarn weg, Möbel und Einrichtungsgegenstände wurden abgeholt und niemand will etwas gewusst haben?
Dieses Unbegreifbare ist für den Aktionskünstler Gunter Demnig seit vielen Jahren der Antrieb für die sehr individuelle Form des Gedenkens in unserem Alltag.
STOLPERSTEINE wollen die Schicksale von Juden, Sinti und Roma, politisch und konfessionell Verfolgten, Homosexuellen, "Euthanasie"-Opfern wach halten. Es werden die ehemaligen Adressen von verfolgten und ermordeten Menschen recherchiert. In den Gehwegen vor deren Wohnhäuser werden die Stolpersteine ebenerdig eingesetzt.

Das Projekt wird in Leipzig von einer Arbeitsgruppe realisiert.
Dazu gehören: Achim Beier (Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.), Marion Kunz (Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzig), Anne Friebel (Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig), Silvia Hauptmann (Ephraim-Carlebach-Stiftung), Dr. Andrea Lorz, Dr. Sven Trautmann (Referat Internationale Zusammenarbeit Stadt Leipzig), Tobias Hollitzer (Bürgerkomitee Leipzig e.V.), Raimund Grafe (Erich-Zeigner-Haus-e.V.)

Schnittstelle und Ansprechpartner ist das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Wir stellen das Projekt vor. Film ab!

Biografien und Orte

Der Stolperstein-Guide - Stolpersteine in Leipzig

Nutzen Sie den Stolperstein-Guide, um ausführliche Informationen über die bisher verlegten Steine an den vielen verschiedenen Orten in Leipzig zu erhalten. Die Datenbank kann sowohl am PC als auch über eine App auf dem Smartphone oder Tablet verwendet werden. Neben Leipzig können Sie sich in ca. 80 weiteren Städten orientieren.

Termine

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Am 11. März 2026 werden in Leipzig weitere STOLPERSTEINE verlegt.

09:00 Josef Damanski in der Bornaischen Str. 107 (1 Steine)
Josef Damanski war ein jüdischer Musikwissenschaftler und sprach 18 (!) Sprachen. Er war dadurch amtlich verpflichteter Dolmetscher. Hochbetagt wurde er 1942 noch in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er ums Leben kam.

10:00 Familie Steinfeld in der Reichsstr. 14 (ehem. - nördlich des Parkplatzes) (5 Steine)
Die 5-köpfige jüdische Familie Steinfeld wurde im Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen. Das Kriegsende und die Befreiung von einer nicht vorstellbaren Tortur der Unterdrückung und Gewalt in verschiedenen nationalsozialistischen Lagern überlebte nur die mittlerweile 21-jährige Tochter Ruth.

10:45 Familie Auerhahn in der Schützenstr. 7 (ehem. - hinter Wintergartenhochhaus) (5 Steine)
Die jüdischen Eheleute Auerhahn konnten die beiden älteren Kinder noch vor dem Zugriff der Nazis ins Ausland retten. Sie selbst flohen 1939 mit ihrem Baby nach Italien. Doch eine Rettung bedeutete dies nicht. 1944 wurden alle drei in Auschwitz ermordet.

12:00 Eheleute Rosenthal in der Merseburger Str. 94 (2 Steine)
Der jüdische Arzt Dr. Gustav Rosenthal konnte seit 1933 nur noch eingeschränkt und ab 1938 gar nicht mehr praktizieren. Er gehörte zu den jüdischen Männern, die nach der Pogromnacht vorübergehend in einem Konzentrationslager eingesperrt wurden. 1939 gelang ihm mit seiner Frau die Flucht nach Brasilien.

14:00 Familie Eisenberg in der Humboldtstr. 12 (3 Stein)
In der Hoffnung auf Rettung folgten die jüdischen Eheleute Eisenberg ihrem Sohn Siegmund 1939 nach Belgien. Bis zum Ende des Krieges lebten sie jahrelang in einem Versteck und wurden von den Amerikanern befreit.

14:45 Leon Dressler in der Trufanowstr. 34 (1 Stein)
Leon Dressler war Rechtsanwalt und begeisterter Fußballer (VfB Leipzig, Bar Kochba Leipzig). Nach 1933 bekamen seine jüdischen Wurzeln lebensbedrohliche Bedeutung. Im Dezember 1938 gelang ihm die Flucht über Frankreich in die Schweiz.

15:30 Familie Pritsch in der Lange Str. 16 (ehem. - Ecke Kreuzstr. (7 Stein)
Max Pritsch starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus. Er war seit 1925 mit der Nichtjüdin Elisabeth Dämmler verheiratet. Dieser Stand hatte im Nationalsozialismus gewichtige Konsequenzen für ihre Kinder. Diese kamen in Kinderheime oder mussten bis Kriegsende Zwangsarbeit leisten.



Beim Einbau der STOLPERSTEINE werden wir vom Städtischen Eigenbetrieb Behindertenhilfe (SEB) unterstützt.

Hinweis: Es kann zu leichten zeitlichen Abweichungen kommen durch die nicht absehbaren Fahrzeiten zwischen den einzelnen Orten.

Spenden

STOLPERSTEINE finanzieren sich ausschließlich über Spenden. Ein Stein kostet 120€. Sie möchten gern die Patenschaft für einen Stein durch Ihre Spende übernehmen bzw. uns mit einem kleinen Beitrag unterstützen? Selbstredend können wir auch den Einsatz Ihrer Spende besprechen. Nehmen Sie sehr gern Kontakt mit uns auf.

Spendenkonto:

Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
IBAN: DE22 8605 5592 1180 0794 06
BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig
Verwendungszweck / Zahlgrund: Stolpersteine (ggf. Name)

Recherchen

Sehr gern unterstützen wir Sie bei Ihren Recherchen, geben Ihnen Tipps und begleiten bei der Spurensuche.
Erste digitale Hilfsmittel bietet das "Info-Tool" des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.

Stolpersteine in Leipzig - Eine Ausstellung

Stolpersteine in Leipzig

Zur Begleitung des Projektes gibt es eine Wanderausstellung. Sie besteht aus acht roll-ups und kann kostenlos zur Unterstützung Ihrer Projekte ausgeliehen werden. Inhaltlich wird das Projekt vorgestellt und sieben Schicksale in Bezug zu den Herrschaftspraktiken der Nationalsozialisten gesetzt. Damit wird das Besondere des Individuellen zum dramatischen Beispiel einer Massenerscheinung.

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