Else Behrmann

Else Behrmann wurde am 25.6.1892 als Else Markowitz in Strelno geboren. Im Jahr 1918 kam sie nach Leipzig. Hier heiratete sie 1920 Samuel Behrmann. 1929 gingen die Eheleute nach Dresden. Vermutlich nach dem Tod ihres Mannes kam Else Behrmann 1937 zurück nach Leipzig, denn hier lebten ihre Schwestern. Sie arbeitete im Jüdischen Kinderheim in der Jacobstr. 7, welches von der Stadtverwaltung nach 1939 als eines der sogenannten „Judenhäuser“ deklariert wurde. Am 8. Mai 1942 musste sich Frau Behrmann in der 32. Volksschule in der Yorkstr. (heute: Gelände des Supermarktes in der Nordstr.) melden. Die Schule diente bis zu ihrer Zerstörung im Dezember 1943 als Sammellager für die Leipziger Juden vor ihrer Deportation. Im Auftrag des Oberfinanzpräsidenten Leipzig wurde Frau Behrmann in der Yorkschule ihr Koffer mit Unterwäsche, Handtüchern, Bettwäsche, Schuhen, Blusen und Kleidern abgenommen, der anschließend durch das Versteigungshaus Klemm zu Gunsten der Staatskasse zu Geld gemacht werden sollte. Im Herbst 1942 kam es zur Versteigerung und das Versteigerungshaus verbuchte einen Erlös von 203 Reichs-Mark für die Alltagsgegenstände von Else Behrmann.

Am 10. Mai 1942 erreichte ein Transport aus Weimar mit 516 jüdischen Menschen den Güterbahnhof Engelsdorf, wo 287 Menschen aus Leipzig und Umgebung zusteigen müssten, darunter auch Else Behrmann. Weitere 199 Menschen wurden in Chemnitz aufgenommen. Am 12. Mai 1942 erreichte der Transport das Ghetto in Bełźyce.

Über die Umstände der Ermordung von Else Behrmann (50 Jahre) lässt sich nur spekulieren. Die unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto und die Willkür der SS machten ein Überleben nahezu unmöglich. Wer nicht zur Zwangsarbeit in das KZ Majdanek herangezogen wurde, den verschleppte die SS ab Oktober 1942 in das Vernichtungslager Sobibór.*

*Vgl.: Ellen Bertram: Leipziger Opfer der Shoah. Ein Gedenkbuch. 2015, S. 84 ff.

Paten: Oberschule von TÜV Rheinland Leipzig