Elli Helm

Elli Helm wurde am 29. Juni 1902 in Leipzig geboren. Ihre Eltern waren Paul und Lina Helm. Zwei ihrer Schwestern verstarben bereits im Kindesalter. 1907 wurde Ellis Bruder Hans geboren.

Von 1920 bis 1950 lebte die Familie in der Steubenstraße (heute Holbeinstraße) 37. Elli Helm litt an Epilepsie, weshalb sie ab 1936 in einem Heim untergebracht wurde. Sie besuchte jedoch regelmäßig ihre Familie. Im Sommer 1943 wurde Elli verlegt und kam im Herbst 1943 in die Landesanstalt Hochweitzschen. Von dort wurde sie in die Außenstelle Bräunsdorf und Ende Oktober bereits nach Hilberdorf bei Freiberg gebracht. Im November 1943 wies man sie in die Landesanstalt Großschweidnitz ein. Mit jeder Verlegung wurde die Entfernung zu ihrer Familie größer. Ihre Eltern konnten Elli nur sehr selten besuchen, auch weil sie über deren Verlegungen nicht informiert wurden. Ellis Mutter schrieb am 31. Oktober 1943 in einem Brief an ihren Sohn Hans: „Elli ist nun wieder wo anders hingekommen und es ist sehr schwierig, man muß da übernachten, so schlecht sind die Verbindungen. Auch schreiben tut sie nicht, ich habe ihr schon ein paar Mal Karten mit unserer Anschrift mitgeschickt, aber ich hoffe immer vergebens. Hans, es ist mir sehr schwer, habe ich doch gar niemand, mit dem ich mich austauschen kann. Es ist so schrecklich, wenn man gar nicht weiß, wie es ihr geht. ...“

Am 19. Februar 1944 erhält die Familie schließlich ein Telegramm mit folgendem Text: „Tochter Elli verstorben - Trauerfeier Donnerstag 12.00 Uhr, Brief folgt - Landesanstalt“. Elli Helm wurde Opfer der „Großschweidnitzer Giftkur“ im Rahmen der nationalsozialistischen sogenannten "wilden" Euthanasie, bei der die Opfer durch Medikamentenüberdosen und Mangelernährung ermordet wurden.