Familie Tepper

Willy Wolf Tepper wurde am 4. Januar 1882 in der damals polnischen Stadt Kolomyja (heutige Ukraine) geboren. Er hatte die polnische Staatsangehörigkeit und war Soldat im Ersten Weltkrieg. Als Kaufmann und Handelsvertreter arbeitete und lebte er mit seiner Familie in der Berliner Straße 2. Seine Ehefrau Dora Diene Tepper, geb. Kopenhagen, wurde am 9. Juli 1889 in Brody, Russland, geboren. Die Familie hatte vier Kinder: David „Freddy“ (geb. 1911), Kurt (geb. 1915), Ephraim (geb. 1916) und Zita (geb. 1920).

Im Zuge der „Polenaktion“ wurden Wolf und Dora Tepper mit ihrer Tochter Zita am 28. Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen. Dort kamen sie ins Ghetto Sosnowiec, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten. Willy Wolf Tepper starb am 16. Juni 1942 in Sosnowiec. Dora und Zita wurden im August 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo Dora im Januar 1945 befreit wurde. Nach dem Krieg emigrierte sie nach New York. Sie verstarb dort am 7. März 1956. Zita kam von Auschwitz mit einem Todesmarsch in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Kurz vor Kriegsende wurde sie im Zuge der Rettungsaktion des schwedischen Roten Kreuzes, den sogenannten „Weißen Bussen“ nach Schweden gebracht und gerettet. Auch sie emigrierte nach dem Krieg in die USA, wo sie am 14. Januar 2005 verstarb. David „Freddy“ konnte bereits 1938 mit seiner Ehefrau Jenny Tepper, geb. Marmerstein, nach Kanada und später in die USA auswandern. Kurt arbeitete als Verkäufer in Leipzig. 1935/36 saß er in Bautzen eine Haftstrafe wegen „versuchter Erpressung und Urkundenfälschung“ ab. Nach seiner Entlassung aus der Haft wurde er im Juni 1936 nach Polen abgeschoben und später in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ephraim arbeitete in Leipzig als Angestellter der Firma Cohn & Baltuch, Futtermittel und Getreide. Im Juni 1939 floh er nach Polen, kam ins Ghetto Sosnowiec und von dort nach Auschwitz. Die Brüder Kurt und Ephraim Tepper wurden im Oktober 1944 von Auschwitz ins KZ Dachau verlegt. Kurt kam schließlich Anfang 1945 ins KZ Flossenbürg, wo sich seine Spur verliert. Ephraim wurde in das Dachauer KZ-Außenlager Landsberg/Lech überstellt. Am 18. Januar 1945 wurde er dort ermordet.

Initiator: William Tepper (Sohn von David "Freddy" Tepper) und Jenny Tepper, geb. Marmerstein (USA)

Quellen: Ellen Bertram: Leipziger Opfer der Shoah. Postkarten von Wolf und Dora Tepper aus dem Ghetto Sosnowiec an David Tepper in den USA.