Elena Matzkewitsch

Elena wurde am 12. September 1919 in Charkow/ Ukraine geboren. Ihre Eltern Sonja Matzkewitz geborene Magath und Moses Matzkewitz stammten aus Wilno in Litauen. Die gesamte Familie besaß die Staatsbürgerschaft Litauens. Der Vater war zusammen mit seinem Schwager Aron Magath Inhaber der 1923 gegründeten Rauchwarengroßhandlung Aron Magath am Brühl 74 und später Nikolaistr. 12/14.

Da die Familie in Leipzig-Gohlis wohnte, wurde Elena zu Ostern 1926 in die Büttnersche Höhere Töchter Schule eingeschult. Seit Ostern 1935 besuchte sie die Max-Klinger-Schule und ging bis zum 7. März 1936 in die Klasse OII.

Mit dem Besuch der Oberprima strebte Elena das Abitur an. Die Klassenleiterin Fräulein Studiendirektorin Dr. Käthe Mertens, war auch gleichzeitig stellvertretende Rektorin der Max-Klinger-Schule. Am 7. März 1936 verließ Elena die Schule, da die Familie ins Ausland gehen wollte. Über die Zeit zwischen 1936 und 1939 ist wenig bekannt, sicher ist, dass Elenas Eltern 1939 nach Frankreich emigrierten und wahrscheinlich in Nizza lebten. Am 13. Februar 1944 wurden sie von Nizza aus in das Sammel- und Durchgangslager Drancy 20 km nördlich von Paris gebracht. Mose und Sonja Matzkewitz wurden anschließend am 7. März 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und nach ihrer Ankunft am 10. März 1944 ermordet.

Die Eltern von Elena Matzkewitz wurden Opfer des Holocaust. Elena selbst konnte gerettet werden. Sie emigrierte am 8. Januar 1939 nach Großbritannien und ließ sich zunächst in London nieder. Hier beendete sie auch ihre Schulbildung und lernte ihren späteren Ehemann Frank Zadik an einer Medizinischen Schule in Sheffield kennen. 1941 heiratete sie und zog mit Frank, der zeitweilig in der britischen Armee diente, 1942 nach Sheffield. Seit 1950 lebte die Familie in Leigh, wo auch das letzte ihrer vier Kinder geboren wurde. Hier war Elena Matzkewitz zunächst als Anästhesie-Assistentin und später als Ärztin tätig. Sie gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern der Grasmere Street Gesundheitsklinik. Sie starb am 06. März 2006 und überlebte damit ihr Mann um zehn Jahre.

Am 21. Oktober 2008 veröffentlichte die Lancashire Evening Post einen Artikel unter der Überschrift “ Das künstlerische Vermächtnis der Ärztin an die Stadt“. Dieser Artikel bezog sich auf die ehemalige Schülerin der Max-Klinger-Schule Leipzig Elena Zadek geborene Matzkewitz, die in Leigh/ Großbritannien als Ärztin ein hohes Ansehen genoss.