Familie Bartfeld

Seit 2015 findet in Leipzig das Fußballbegegnungsfest "Max-und-Leo-Bartfeld-Pokal" statt, an dem Mannschaften aus dem In- und Ausland teilnehmen. Das Fest soll an den 1920 gegründeten jüdischen Sportverein SK Bar Kochba Leipzig erinnern. Die Namensgeber Max und Leo Bartfeld engagierten sich in diesem Fußballverein. Nach der Progromnacht 1938 wurden alle jüdischen Sportvereine, auch Bar Kochba Leipzig, aufgelöst. Nun sollen zusätzlich vier Stolpersteine an die Familie von Leo Bartfeld erinnern.

Leopold „Leo“ Bartfeld wurde am 09.10.1897 in Leipzig geboren. Rosa Bartfeld (geb. Schumer) kam am 27.02.1905 ebenfalls in Leipzig auf die Welt. Das Paar hatte zwei Töchter: Jutta Ruth Yvonne Bartfeld (heute Juliette Richter) kam am 12.04.1934, Ingeborg Evelyne Bartfeld am 22.07.1936 auf die Welt. Die Familie lebte in der Waldstraße 8. Ende 1938 wurden die Töchter der Familie durch einen Kindertransport in Holland in Sicherheit gebracht. Den Eheleuten gelang später die Flucht nach Antwerpen und weiter nach Brüssel. Im Januar 1940 kam es zu einem Wiedertreffen der Eltern und ihrer Töchter. Im Mai 1940 versuchte die Gestapo die Familie festzunehmen und zu deportieren. Rosa Bartfeld entkam jedoch mit ihren beiden Töchtern.

Leo Bartfeld wurde am 10.05.1940 von der Gestapo in Brüssel verhaftet. Zunächst wurde er in das Haftlager Saint Cyprien, anschließend in das französische Internierungslager nach Gurs gebracht. Am 15.05.1942 erfolge schließlich die Deportation nach Auschwitz. Im Januar 1945 wurde Auschwitz geräumt. Die Häftlinge wurden zu sogenannten „Todesmärschen“, zunächst zu dem Lager Groß-Rosen und folgend nach Buchenwald, gezwungen. Leo Bartfeld verstarb am 18.02.1945 im KZ Buchenwald an den Folgen des unmenschlichen „Todesmarsches“.

Nach der Flucht vor der Festnahme durch die Gestapo engagierte sich Rosa Bartfeld bis zum Ende des Krieges im belgischen Widerstand. Im Dezember 1951 wanderte sie mit den beiden Töchtern in die USA aus, wo sie am 30.10.1995 in Bryn Mawr, Pennsylvania verstarb.

Die Schwestern Juliette Richter und Ingeborg Evelyne Bartfeld lebten nach der Flucht vor der Festnahme durch die Gestapo bis zu Beginn des Jahres 1943 unter falschen Namen bei einer belgischen Dame. Anschließend kamen sie unter der Vorlage gefälschter Taufscheine in das katholische Heim „Wavre Notre Dame“ und später in ein Heim nach Alsemberg. Im September 1944 wurde Alsemberg von englischen Soldaten befreit. Die Schwestern wurden in einem jüdischen Heim in Marquain untergebracht. Im Dezember 1951 wanderten sie schließlich zusammen mit ihrer Mutter in die USA aus. Juliette Richter lebt heute in Baltimore, Ingeborg Evelyne Bartfeld in Montreal, Canada.

Recherchen und Paten: Tüpfelhausen - Das Familienportal e.V.