Lotte und Johanna Pergamenter

In der Karl-Heine-Str. 57 wohnte der jüdische Kaufmann Arthur Pergamenter mit seiner nichtjüdischen Ehefrau Martha und ihren sieben Kindern.

Von den sieben Kindern wurden Lotte und Johanna in der Shoah ermordet.

Lotte Pergamenter wurde am 11.09.1909 in Leipzig geboren. Bereits 1930 ging sie in die Niederlanden und heiratete dort am 13.08. Josef Barchasch.

Nachdem die Nationalsozialisten die Ermordung der europäischen Juden beschlossen hatten, kam Lotte Barchasch in das Lager Westerbork. Von hier aus gingen die Züge in die Vernichtungslager im Osten. Am 25.05.1943 wurde Frau Bachasch (33 Jahre) in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und am 28.05.1943 ermordet.

Ihre ältere Schwester Johanna wurde am 14.02.1902 in Leipzig geboren. Sie war mit Werner Kohle verheiratet. Nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Eva 1924 wurde die Ehe 1927 geschieden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 konnte Johanna mit ihrer Tochter nach Frankreich fliehen. Am 17.08.1933 heiratete sie in Paris den aus Saalfeld stammenden Politologen Dr. Georg Rosenbaum. Im Jahr darauf gingen sie in die Niederlanden. Im Jahr 1942 mussten auch sie in das Lager Westerbork. Vor den deutschen Behörden gaben sich Johanna und Georg Rosenbaum als die Pflegeeltern von Eva Kohle aus. Dadurch konnte Eva das Lager im August 1943 legal verlassen und überlebte.

Am 18.01.1944 wurden die Eheleute nach Theresienstadt deportiert. Im Oktober 1944 kamen beide nach Auschwitz. Hier wurde Johanna Rosenbaum (42 Jahre) am 06.10.1944 ermordet. Ihr Ehemann wurde zum Kriegsende von Auschwitz nach Bergen-Belsen auf einen der vielen „Todesmärsche“ geschickt. Dort kam Georg Rosenbaum (46 Jahre) völlig entkräftet am 03.03.1945 ums Leben.

Pate und Recherchen: Paul Gunter Nendel