Familie Federmann

Das Schicksal der Familie Federmann wurde durch die Verlegung von Stolpersteinen für Pepi Mohr und ihre Tochter Eva am 3. Mai 2014 in der Berliner Str. 14 bekannt. Die 2-jährige Eva war 1937 während der Verhaftung ihrer Mutter bei der jüdischen Familie Federmann ein halbes Jahr zur Pflege.

Josef Federmann wurde am 16. März 1889 in Chmielnik (damals Russland) geboren. Seine Frau Paula stammt aus Lodz, wo sie am 27. März 1894 zur Welt kam. Ihr Sohn wurde am 10. Januar 1924 in Leipzig geboren. Seit 1931 wohnte die Familie in der Reclamstr. 10

Josef Federmann war Buchbinder und hatte seine Buchbinderei in der benachbarten Gemeindestraße 23 (heute: Klasingstraße).

Im Zuge der sogenannten „Polenaktion“ am 28. Oktober 1938, bei der alle Juden polnischer Staatszugehörigkeit nach Polen ausgewiesen werden sollten, wurde auch die Familie Federmann abgeschoben. Sie fand in Lodz Zuflucht. Nach dem Überfall auf Polen und der Errichtung von Ghettos und Vernichtungslagern kamen alle drei in das Ghetto von Litzmannstadt, wie Lodz nun hieß.

Josef Federmann (53 Jahre) kam dort am 12.Mai 1942 ums Leben. Seine Frau Paula (48 Jahre) wurde am 29. September 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof deportiert, wo sie im Oktober 1942 ermordet wurde. Wolfgang Federmann (19 Jahre) starb am 27. Januar 1943 im Ghettokrankenhaus an Typhus.

 

Recherchen: Dr. Konrad Soyez