Familie Flaschmann

Vater Max Flaschmann wurde am 13. Oktober 1887 in Brody (Galizien) geboren, seine Frau Toni (geb. Fischelsohn) am 16. Januar 1890 in Piatra (Rumänien). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Felix (*23.9.1922 in Leipzig) emigrierte im Mai nach Belgien. Seine Geschwister Herthal und Benno konnten noch vor Ausbruch des Krieges im Jahr 1939 durch einen Kindertransport nach England gerettet werden und überlebten den Massenmord.

Max Flaschmann kam am 15. November 1939 in das KZ Sachsenhausen, am 02. September 1940 nach Dachau und am 5. Juli 1941 deportierte man ihn nach Buchenwald. Hier kam er ein Jahr später, am 19. März, im Alter von 54 Jahren ums Leben.

Seine Frau Toni wurde 1941 wegen „staatsfeindlicher Äußerungen“ und im Jahr darauf wegen „Vergehens gegen die Kriegswirtschaftsverordnung“ verhaftet. Das Sondergericht Leipzig verurteilte sie am 03. März 1942 vom Sondergericht Leipzig zu acht Monaten Gefängnis und inhaftierte sie davon vier Monate in der Frauenstrafanstalt Klein-Meusdorf. Danach wurde Toni in das Leipziger Polizeigefängnis zurückgebracht und am 28. August 1942 in das Lager Ravensbrück und wenig später in das KZ Auschwitz deportiert. Am 10. Oktober 1942 wurde sie im Alter von 52 Jahren ermordet.

Felix Flaschmann war nach der deutschen Besetzung in Belgien ebenfalls nicht mehr sicher. Aus dem Sammellager Mecheln wurde der knapp 20-jährige im August 1942 nach Auschwitz deportiert und am 9. September 1942 dort ermordet.

 

Quelle: Ellen Bertram: Menschen ohne Grabstein, Leipzig, 2011, S. 141