Familie Grünbaum

Josef Grünbaum (wahrscheinlich am 12.4.1881 geboren in Warschau) und seine Frau Bertha (geb. Michlewitsch am 13.03.1890 in Łódź) zogen im Jahr 1914 nach Leipzig. Hier kam am 21. August 1914 ihr Sohn Leopold zur Welt. Herr Grünbaum war zunächst Schlosser und arbeitete ab Mitte der 1920er Jahre als Handelsvertreter. Am 12. Juli 1926 wurde Tochter Regina geboren. Aus überlieferten Kindheitserinnerungen einer Freundin Reginas geht hervor, dass der Vater Pelzhändler am Brühl gewesen sein soll und Frau Grünbaum immer „tolle“ Pelzmäntel getragen habe.

Wie sich ihre Lebensumstände nach 1933 veränderten ist nicht bekannt. Bis zu ihrer Ausweisung aus Deutschland im Zuge der sogenannten „Polenaktion“ am 28. Oktober 1938 lebte die Familie in der Lutherstr. 18. Damals sollten alle Juden polnischer Staatszugehörigkeit nach Polen ausgewiesen werden. Die Familie fand zunächst in Warschau Zuflucht. Nach dem deutschen Einmarsch mussten die Grünbaums in das Ghetto Falenica nahe Warschau.

Das weitere Schicksal der Familie bleibt weitgehend unklar. Es ist anzunehmen, dass Bertha (51 Jahre) 1941 und Regina (17 Jahre) 1943 im Ghetto Białystok ums Leben kamen. Leopold (27 Jahre) starb vermutlich nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im selben Jahr in einem Sammellager nahe Woronesch. Josef Grünbaum wurde im Dezember 1944 aus einem polnischen Zwangsarbeitslager in das KZ Buchenwlad deportiert, wo sich seine Spur verliert.

 

Recherchen: Bettina Müller, Achim Beier (AG Stolpersteine)