Pepi und Eva Mohr

Pepi Mohr wurde am 27.12.1902 in Stryi (Galizien) geboren. Zwei Jahre nach ihren Eltern kam sie 1912 mit ihrer Schwester nach Leipzig. Ihre Eltern starben 1929 und 1930. Pepi Mohr verdiente sich ihren Unterhalt mit dem Handel von Altwaren. Am 18.5.1933 kam ihr Sohn Max zur Welt. Er wuchs in der Familie seines nichtjüdischen Vaters auf. Am 19.3.1935 bekam Pepi ihr zweites Kind. Mit ihrer Tochter Eva wohnte Pepi an mehreren verschiedenen Adressen zur Untermiete. Pepi Mohr wurde 1937 in einem Prozess wegen „Meineids“ verurteilt. Worum es sich dabei handelte, ist bisher ungeklärt. Sie saß sechs Monate in Leipzig und Rötha im Gefängnis. Die kleine Eva war während dieser Zeit bei der jüdischen Familie Federmann in Reudnitz, Reclamstr. 10, in Pflege. Auch die Federmanns überlebten die Shoah nicht.

Vermutlich durch ihre „Vorstrafe“ wurde Pepi Mohr mit ihrer Tochter im Februar 1938 nach Polen ausgewiesen - acht Monate vor der systematischen Abschiebung polnisch-stämmiger Juden. Die beiden kamen in Kattowitz unter. Pepi gelang es noch im Juli 1939, ihre 4-jährige Tochter mit einem jüdisch-polnischen Flüchtlingsfond nach England zu retten. Eine Gruppe von 100 Kindern wurde mit einem Fischkutter nach Hull gebracht. Eva konnte überleben. Sie heiratete 1958 und 1960 kam ihr Sohn Nigel zur Welt. 1992 starb Eva Steele.

Das Schicksal von Pepi Mohr kann bisher nicht aufgeklärt werden. Ihre Spur verliert sich im besetzen Polen.

 

Recherchen: Dr. Konrad Soyez