Berthold Levy

Berthold Levy wurde am 21. März 1899 in Pößneck geboren. In den 1920er Jahren arbeitete er in der Trikotagen- und Strumpfwarenfabrik Frank. Dort lernte er Charlotte Frank kennen, die Tochter von Firmengründer Richard Frank. Im Jahr 1928 heirateten beide. Ein Jahr darauf wurde Sohn Hans Richard geboren und die junge Familie zog in die Brandvorwerkstraße 80. Am 19. Januar 1938 kam Tochter Elisabeth zur Welt.

Im Zuge der Pogromnacht wurden zwischen dem 10. und 15. November in Leipzig 558 jüdische Männer verhaftet, unter ihnen auch Berthold Levy. Sie wurden in die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt.

Zu dieser Zeit war Berthold Levy bereits schwer krank. Kurz vorher hatte er eine schwere Krebsoperation gehabt. Das Risiko eines Todesfalls während der Haft wollten die Nazis zu dieser Zeit noch nicht eingehen, so dass Berthold Levy nicht mit nach Buchenwald transportiert wurde. Nach 10 Tagen Haft wurde er am 21. November entlassen. Eine Ausreise der Familie gelang zunächst nicht, sodass die Eltern sich entschlossen, Hans Richard im März 1939 auf einen Kindertransport nach England zu schicken. Fünf Wochen später, am 23. April 1939, starb Berthold Levy. Misshandlungen während seiner Haft hatten seinen Gesundheitszustand verschlechtert. Eine angemessene ärztliche Versorgung war kaum noch möglich. Berthold Levy war 40 Jahre alt.

Charlotte Levy gelang es noch vor Ausbruch des Krieges, sich und ihre Tochter nach England zu retten.

 

Quelle: Richard Gauch, Initiativgruppe Gedenkmarsch - Leipzig