Rachel und Pinkas Falek

Pinchas / Pinkas Falek wurde am 08.01.1882 in Kolomea / Österr.-Polen geboren. Von Beruf war er Lackierer und hatte als Vertreter gearbeitet. Er war in erster Ehe mit Eitel Liser verheiratet, die 1914 in Dresden starb. Pinkas und Eitel Falek hatten fünf Kinder:
Klara Rosa (Jg. 1906), Felix (Jg.1908 – er starb ca. 3 Monate nach der Geburt), Bertha (Jg. 1909), ein totgeborenes Kind - 29.12.1910 und Paula (Jg. 1912 – siehe Stolpersteine für Fam. Buchaster).
In zweiter Ehe war er mit Rachel Teitelbaum verheiratet, geb. am 25.07.1883. Sie lebten von
1911 bis 1917 in Dresden und danach in Leipzig in der damaligen Yorkstraße 6/III.
Gegen Pinkas Falek wurde im Zuge der „Polen-Aktion“ am 28.10.1938 von der Staatspolizei Leipzig Schutzhaft angeordnet. Die noch danach in Leipzig lebenden Männer wurden nach dem Beginn des Krieges verhaftet. Herr Falek kam wie die meisten zuerst nach Sachsenhausen und von dort aus nach Dachau mit der Häftlingsnummer 18263. Am 5.7.1941 verschleppte man ihn weiter nach Buchenwald mit der Häftlingsnummer 7857. Er war im Block 16 untergebracht und wurde als „politischer Häftling und Jude“ geführt. Pinkas Falek (59 Jahre) starb am 22.08.1941 in Buchenwald.
Rachel Falek lebte während des Krieges in der Funkenburgstraße 16, einem sogenannten „Judenhaus“. Am 10.05.1942 wurde sie (59 Jahre) mit 286 weiteren Leipzigern nach Belzyce deportiert. Damit verliert sich ihre Spur. Über die Deportation berichtet die Enkelin Sandy Speier-Klein:

„Rachel Falek wurde zusammen mit der älteren Schwester meiner Mutter, Rosel Berger, und deren beiden Töchter Edith und Ruth deportiert, Sie sind alle umgekommen. Die Geschichte ist folgende: Als die SS kam, um Rosel und ihre Töchter abzuholen, trat Rachel vor und sagte den SS-Männern, dass sie mitkommen werde und die anderen nicht allein lassen werde. Was  für eine mutige, liebevolle und bewundernswerte Frau. (What a brave, loving and amazing woman.)”

 

Recherche: Hans-Peter Klein