Willy Angermann

Willy Angermann wurde am 4. April 1914 in Rehau (Bayern) geboren. Sein Vater ist schon kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 gefallen. Nach seiner Lehrzeit als Maurer ging er 1932 in die Reichswehr und diente in Halberstadt und Magdeburg. Im Juli 1934 erfolgte seine Entlassung. Der Grund war seine gleichgeschlechtliche Orientierung. Er wurde wegen „widernatürlicher Unzucht“ zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Es folgten zwei weitere Inhaftierungen in den Jahren 1936 bis 1938. Nach der letzten Zuchthausstrafe kam er nach Leipzig und heiratete 1939. Im Jahr 1940 kam sein Sohn zur Welt.

Am 23.4.1940 wurde Willy Angermann erneut zu 1 Jahr und 6 Monaten Zuchthaus verurteilt und als „Gewohnheitsverbrecher“ eingestuft. Das bedeutete, dass er 1943 aus dem Zuchthaus Vechta / Oldenburg in das Polizeigefängnis Leipzig in unbegrenzte „Vorbeugehaft“ kam. Das war die Vorstufe zum Konzentrationslager. Am 4.6.1943 kam Willy Angermann mit einem Sammeltransport nach Buchenwald, wo er am 24.11.1943 mit 29 Jahren ums Leben kam.

 

Recherche: Jugendliche der Thomasgemeinde