Familie Meister

Nach der Eheschließung in Leipzig am 4. Januar 1919 sowie der Trauung am folgenden Tag in Plauen war das Ehepaar Moses Moritz Meister und Hertha Meister, geb. Meyer, in Leipzig ansässig. Sie wohnten zuerst in der Berliner Str. 58 und zogen 1939 in die König-Johann-Str. 20 (heute: Tschaikowskistr.)

Moritz Meister wurde am 20. Mai 1891 in Monasterzyska (Österr.-Polen) geboren. Von Beruf war er Schneidermeister und Inhaber einer Herrenschneiderei. Seine Ehefrau Hertha wurde am 6. Dezember 1892 in Falkenstein (Vogtland/Sachsen) geboren. Aus der Ehe sind fünf Kinder, drei Töchter und zwei Söhne hervorgegangen.

Einzig die Tochter Alice überlebte den Holocaust. Ein Kindertransport nach England vor Ausbruch des Krieges rettete ihr das Leben. Die anderen sechs Familienmitglieder wurden am 10.Mai 1942 nach Belzyce deportiert und im selben Jahr weiter in das KZ Majdanek, wo sie ermordet wurden. Auf ihren Meldekarteien vermerkten die damaligen Polizeibeamten: „Am 10.5.1942 abgewandert“.

Der gesamte verbliebene Besitz der Familie, der noch zur Verfügung stand, bis auf die kleinsten Bekleidungsstückchen, wurde nach der Deportation enteignet und durch das Versteigerungshaus Klemm versteigert.

Die jüngsten Kinder Siegbert (geb. 22.2.1933) und Ruth (geb.16.5.1934) waren vermutlich noch keine zehn Jahre alt, als man sie ermordete.

Edith (geb.7.4.1923) arbeitete als Krankenschwester im Israelitischen Krankenhaus. Alfons (geb. 12.2.1926) musste wie sein Vater zu Beginn des Krieges Zwangsarbeit auf dem Friedhof verrichten. Später wurde er als Feinmechaniker eingesetzt. Nur von ihm ist bisher das genaue Todesdatum bekannt. Alfons Meister (16 Jahre) wurde am 1.12.1942 umgebracht.

 

Recherche: Beate Ehms (AG LISA)