Conrad und Hilda Weil

Der am 6.5.1872 in Lissa geborene Conrad Weil arbeitete als reisender Kaufmann und bekam mit seiner ersten Frau Gertrud Cronheim 1922 und 1926 die zwei Söhne Herbert und Erich Julius Weil. Sie lebten noch 1935 gemeinsam in einer großen Wohnung in der Funkenburgstraße 15. Doch als sein jüngster Sohn Erich 1937 zur Flucht nach Holland emigrierte, er ab den 1.1.1939 den Zwangsnamen „Israel“ annehmen musste und dann 1939 seine Frau starb und auch sein anderer Sohn Herbert Deutschland verlassen konnte, änderte sich sein Leben von Grund auf.

Es muss ihn zwar schwer getroffen haben, jedoch verließ ihn der Lebensmut nicht. Und so heiratete er am 14.31940, die am 10.1.1891 in Leipzig geborene Hilda Wittner. Sie hatte in ihrer Jugend einige Zeit in Borsdorf gelebt und 1938 war bereits einer ihrer älteren Brüder durch die Nazis ermordet worden. Gemeinsam lebten Conrad und Hilda Weil von nun an in der Funkenburgstraße 10 II und stellten bereits im Juni 1939 einen Auswanderungsantrag, bei dem sie zahlreiche Verwandte im Ausland angeben konnten. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt und so mussten sie 1940 erst in ein „Judenhaus“ und 1941 im Altersheim der Auenstraße 14 leben. Am 19.9.1942 wurden beide von Leipzig in das Ghetto Theresienstadt deportiert, in dem Conrad Weil (70 Jahre alt) bereits am 28.12.1942 starb. Hilda Weil hingegen wurde nach 1 ½ Jahren am 18.5.1944 unter der Deportationsnummer 1395 nach Auschwitz weiterdeportiert. Von da an gilt sie (53 Jahre) als verschollen.