Karl Helbig

Karl Helbig wurde am 8. Juli 1911 in Leipzig-Möckern als Sohn des Arbeiters Karl Helbig und dessen Frau Klara Helbig, geb. Maier, geboren. Er hatte zwei Geschwister (Gerda und Heinz) und lebte mit seiner Familie bis Mitte der 30er Jahre in der Agnesstraße 2, nach seiner Haftentlassung bei seinen Eltern in der Blankstraße 3.

Nach seinem Schulabschluss 1926 erlernte Karl Helbig den Beruf des Zimmermanns, den er bis Herbst 1929 ausführte. Bis 1934 war er erwerbslos.

Er gehörte der Freidenkerjugend an und seit 1932 dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD). Innerhalb der Roten Hilfe sammelte er Geld zur Unterstützung der Familien inhaftierter Gesinnungsgenossen.

Karl Helbig wurde am 23. April 1932 vom Amtsgericht Leipzig wegen Teilnahme an einem „verbotenen Umzug“ mit einer Zahlung von 20 Reichsmark bestraft. Von August bis Dezember 1933 befand er sich bereits in so genannter Schutzhaft. Wieder entlassen, engagierte er sich innerhalb des KJVD beim Aufbau von widerständigen Zellen in Leipzig-Nord, sammelte Gelder für die Rote Hilfe und verteilte verbotene kommunistische Literatur. Am 31. Juli 1934 wurde er erneut festgenommen. Es war der Beginn einer Verhaftungswelle, die insgesamt 19 Personen traf, darunter auch Karl Helbig’s Verlobte, die Kontoristin Gertrud Simonis, die seit März 1934 mit ihm verlobt war.

Am 17. April 1935 verurteilte das Oberlandesgericht Dresden Karl Helbig wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu vier Jahren Haft im Zuchthaus Waldheim sowie zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren.

Nach seiner Haftentlassung im August 1938 waren Karl Helbigs berufliche Möglichkeiten sehr eingeschränkt, obwohl ihm ein im nationalsozialistischen Sinne positives Entlassungszeugnis ausgestellt worden war.

Sein weiterer Lebensweg und der Umstand seines Todes mit 31 Jahren am 24. November 1942 im Zuchthaus Waldheim bleiben unklar.