Sophie Müller, geb. Kaplan

Sophie Müller wurde am 26. März 1880 in Moskau geboren. Ihre Eltern waren Michael Kaplan und Berta Kaplan, beide 1933 gestorben.

Sophie Müller hatte zwei Geschwister - Alexander und Max Kaplan. Alexander wurde 1891 ebenfalls in Moskau geboren. Er überlebte wahrscheinlich, weil er 1938 nach England emigrierte. Ihr zweiter Bruder Max wurde 1892 in Leipzig geboren und war mit einer Nicht-Jüdin, Marie Trautmann, verheiratet. Diese hatten einen gemeinsamen Sohn - Hans Günther, der 1929 zur Welt kam.

Wann genau und unter welchen Umständen die Familie nach Deutschland kam, war nicht zu klären. Es ist nur bekannt, dass es vor 1892 geschehen sein muss. Durch diesen Umzug erhielt Sophie Müller die deutsche Staatsangehörigkeit.

In Deutschland war Sophie Müller als Lehrerin tätig. Auch ihr Ehemann Alexander Ottomas, den sie am 17.04.1916 in Leipzig heiratete, war im Lehramt tätig.

Am 27.06.1936 ließ sie sich rechtskräftig (mit dem Verweis auf die Schuld des Mannes) scheiden. Etwa 13 Jahre zuvor, am 23.10.1923, trat sie aus ungeklärten Gründen aus der Kirche aus.

Sie war ursprünglich christlich, wurde aber als jüdisch-stämmige verfolgt.

Sophie Müller arbeitete später als Hausangestellte und musste Zwangsarbeit bei der Firma W. Mertens und Söhne in der Rauchwaren - Zurichterrei und Färberei in Zwenkau leisten.

Ihre letzte eigene Wohnung war nach vielen Umzügen in der Theresienstraße 53.

Ihr Name stand am 21.01.1942 erstmals auf einer Transportliste, wurde jedoch gestrichen. Am 17.02.1943 wurde Sophie Müller nach Berlin deportiert.

Ihre Spur verliert sich mit ihrem Namen auf der Transportliste vom 26.02.1943 nach Auschwitz. Es lässt sich nur vermuten was danach mit ihr passierte. Sie gilt zwar als in Auschwitz verschollen, es ist aber auch möglich, dass Sophie Müller (62 Jahre) schon während des Transportes oder direkt nach der Ankunft in Auschwitz getötet wurde.