STOLPERSTEINE in Leipzig

Seit 2006 beteiligt sich die Stadt Leipzig an dem europaweiten Erinnerungsprojekt an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Mittlerweile liegen 265 Solpersteine an 118 verschiedenen Orten. In das Stadtbild integriert, erinnern diese Steine an LeipzigerInnen jüdischer Herkunft, Sinti und Roma sowie an Menschen, die aufgrund ihrer humanistischen, religiösen oder politischen Haltung verfolgt und ermordet wurden. Sie erinnern aber auch an Menschen, die man wegen ihrer Krankheit,

ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Lebensweise diskriminierte und ermordete.

Die aus Vereinen und Gedenkstätten bestehende Arbeitsgruppe zur Koordinierung und Organisation des Projekts präsentiert eine neue Ausstellung, die die weiteren Vorhaben anschaulich begleiten soll. Sie umfasst acht roll-ups. Ein Panel führt in das Thema und das Projekt ein, gibt Einblicke in die Aktivitäten der Arbeitsgruppe und will zum Mitmachen animieren. Im Weiteren werden sieben Schicksale von Menschen und Familien aus Leipzig dokumentiert, die durch den nationalsozialistischen Terror ermordet wurden. Dabei wird eine gewisse Breite der sogenannten „Opfergruppen“ wiedergegeben. Die biografischen Skizzen sind grafisch eingebettet in die Darstellung der Herrschaftspraktiken der Nationalsozialisten in Bezug auf die jeweilige „Opfergruppe“. Damit wird das Besondere des Individuellen zum dramatischen Beispiel einer Massenerscheinung.

Inhaltlich wird der systematische Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden, die nationalsozialistische Rassenideologie, der politische Widerstand in Leipzig, die Verfolgung gesellschaftlicher Minderheiten, die Euthanasie-Verbrechen in Leipzig und der Mord in Leipzig-Lindenthal am 12. April 1945 thematisiert. Abschließend wirft die Ausstellung an Hand eines Schicksals die Frage nach der persönlichen Verantwortung eines Jeden auch in der Gegenwart auf: Zivilcourage versus Opportunismus.

Die Gestaltung und Herstellung der Ausstellung wurde durch den Lokalen Aktionsplan Leipzig finanziell gefördert. Sie kann kostenlos ausgeliehen werden.

 

Die Ausstellung besteht aus acht Tafeln und ist als Wanderausstellung konzipiert. Sie erzählt exemplarisch von den Schicksalen fünf ehemaliger Leipziger, die aus unterschiedlichen Gründen ermordet wurden. Zusätzlich stellt die Exposition dar, wie sich die Erinnerung mittels STOLPERSTEINEN an diese Menschen gestaltet.

Die Wanderausstellung können Sie auf Wunsch gern kostenlos ausleihen. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Hier können sie eine PDF-Version der Ausstellung herunterladen.  Ausstellung