Vergangene Verlegung am 4. und 5. Juni 2010

Am 4. und 5. Juni 2010 verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig 15 neue Stolpersteine an 9 verschiedenen Orten in Leipzig. Zu diesem Termin möchten wir Sie herzlich einladen:

4. Juni 2010:

14.00 Uhr: Raustraße 6

Der Kommunist Georg Schumann wurde schon von 1933 bis 1939 von den Nationalsozialisten inhaftiert. Mit Mitstreitern (Schumann-Engert-Kresse-Gruppe) organisierte er einen fundamentalen Widerstand gegen die Nazi-Diktatur. Am 11.01.1945 wurde er dafür in Dresden hingerichtet.

14.30 Uhr: Ernst-Pinkert-Straße 6 (ehem. Erich-Weinert-Straße)

Pinkus Falek kam als „politischer Häftling und Jude“ in das KZ Buchenwald, wo er am 05.07.1941 zu Tode kam. Seine Frau Rachel Falek wurde am 22.08.1941 mit 286 weiteren Leipzigern nach Belzyce deportiert.

15.00 Uhr: Humboldtstr. 9

Paula und Jakob Buchaster flohen 1939 mit ihrem knapp einjährigen Sohn Manfred nach Italien. Die Eltern wurden 1944 nach Auschwitz deportiert. Den mittlerweile 5-jährigen Manfred ermordete die SS vermutlich in Italien. Paula Buchaster konnte in Bergen-Belsen befreit werden.

15.30 Uhr: Ranstädter Steinweg (ehem. Naundörfchen 8)

Der Genozid an den Roma und Sinti traf auch die Eheleute Laubinger. Karl Laubinger kam 1940 im KZ Sachsenhausen ums Leben und seine Frau Anna 1945 in Bergen-Belsen.

16.00 Uhr: Dieskaustraße 10

Der Arzt Dr. Berthold Seckelsohn kam im Ghetto von Theresienstadt am 18.02.1943 ums Leben.

16.30 Uhr: Brandvorwerkstraße 52

Fanny Feinstein gehörte zu den Menschen die 1943 aus dem Ghetto Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und ermordet worden sind.

 

5. Juni 2010:

09.30 Uhr: Kochstraße 56

Die vierköpfige Familie Landwirth wurde 1938 nach Polen abgeschoben. Vermutlich im Krakauer Ghetto ist 1940 die jüngste Tochter geboren worden. Die Kinder Erika, Genia und Renate überlebten den Holocaust nicht.

10.00 Uhr: Auguste-Schmidt-Straße (ehem. Nr. 9)

Dem selbständigen Buchdrucker David Wainberg gelang 1939 noch die Flucht nach Belgien. Über das Lager Mechelen kam er 1942 nach Auschwitz.

10.30 Uhr Mölkauer Straße 34

Durch seine gleichgeschlechtliche Orientierung bekam Willy Angermann das Stigma eines „Gewohnheitsverbrechers“ und wurde in das KZ Buchenwald gebracht. Hier kam der junge Mann am 24.11.1943 ums Leben.

11.15 Uhr Hauptstraße 3 / Markkleeberg

Erstmals werden auch zwei Stolpersteine im Stadtteil Markkleeberg verlegt. Damit wird an das Ehepaar Olla und Ludwig Bamberger erinnert, die Besitzer des Leipziger Kaufhauses Bamberger und Hertz. Beide wurden 1942 nach Thereseinstadt deportiert und kamen dort um.