Stolpern über die Erinnerung
Seit Anfang April 2006 erinnern in Leipzig so genannte „Stolpersteine“ an verschiedenen Orten an ehemalige Bewohner der Stadt, die vom Nazi-Regime verfolgt und deportiert und die schließlich zu Tode gekommen waren. Mit neun Steinen wurde begonnen, seither sind zahlreiche hinzugekommen.
Die Steine verlegte der Kölner Bildhauer Gunter Demnig, der ähnliche Projekte bereits in mehr als 50 anderen Städten betreut. Er fertigte dazu Betonsteine mit verankerter Messingplatte in einer Größe von 10x10x10 Zentimetern und ließ diese am 3. April 2006 in die Gehwege vor den ehemaligen Wohnhäusern der Deportierten ein.
Weitere „Stolpersteine“ sind in den darauffolgenden Jahren hinzugekommen und sollen die Erinnerung an NS-Verfolgte wieder ins Gedächtnis rufen und wach halten. Die letzten Steine wurden am 4. und 5. Juni 2010 verlegt. Koordiniert wird das Projekt von einer
Arbeitsgruppe aus Leipziger Vereinen, Jugendverbänden und Museen. Der Leipziger Stadtrat unterstützt das Vorhaben.
Um das Projekt fortzuführen ist die Hilfe vieler Menschen nötig: Jeder Stolperstein braucht einen Paten. Privatpersonen oder Vereine, Stiftung, Parteien etc. können das für die Herstellung und Verlegung nötige Geld (95 € pro Stein) spenden. In die Messingtafel des Steins werden dann die Worte „Hier wohnte“ und darunter Name, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person eingestanzt. Solcherart unauslöschlich gemacht, erinnert die Schrift dauerhaft an Verfolgte des Nazi-Regimes, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung oder politischen Gesinnung ihr Leben verloren. Diese Seite informiert Sie über das Schicksal dieser Leipzigerinnen und Leipziger.